Adam Elsheimer


Adam Elsheimer wurde als ältestes von zehn Kindern des Schneidermeisters Anton Elsheimer und seiner Ehefrau Martha 1578 in Frankfurt am Main geboren. Die Vorfahren des Malers stammen aus dem rheinhessischen Dorf Elsheim, heute Ortsteil der Gemeinde Stadecken-Elsheim, und sind über das 15 Km südlicher gelegene Wörrstadt nach Frankfurt gezogen.

Das große künstlerische Talent des Adam Elsheimer wurde schon früh erkannt. Nach einer 5 Jahre dauernden Ausbildung in seiner Heimatstadt bei dem Maler Philipp Uffenbach, bei dem er auch mit den Werken von Albrecht Dürer und Matthias Grünewald in Berührung gekommen war, folgte eine Studienreise mit kurzen Aufenthalten in München und Venedig. In Venedig lernte er die Arbeiten von Tintoretto und Veronese kennen und arbeitete bei Hans Rottenhammer als dessen Werkstattgehilfe. Von Venedig aus ließ er sich im Jahr 1600 in Rom nieder, wo er sich für die Hell/Dunkel-Malerei Caravaggios begeisterte. 1606 heiratete er Carla Antonia Stuart, eine Frankfurterin schottischer Herkunft.

Schon mit jungen Jahren wusste Adam Elsheimer Bewegung in die Malerei zu bringen: Figur und Natur, Licht und Schatten, Glauben und Wissen sind nur einige der Spannungsfelder, die er gekonnt bearbeitete.
Mit biblischen und mythologischen Bildern, die er auf miniaturhafte Kupfertafeln malte, machte er sich in Rom schnell einen Namen. Er war ein hervorragender Beobachter und setzte seine Eindrücke mit höchster Präzision in seinen mit Öl auf Kupfer gebrachten Gemälden um. Stunden- und tagelang beobachtete er Menschen, Wälder, Flüsse oder auch die Sterne. Er studierte Licht und Schatten und begeisterte sich für die Figuren der klassischen Renaissance. Elsheimer hat mit akribischer Sorgfalt gemalt und in seinen Bildern die Realität bis ins kleinste Detail wiedergegeben.

Das Schaffen Elsheimers hatte bedeutenden Einfluss auf viele seiner Künstlerkollegen, insbesondere auf seinen Freund Peter Paul Rubens und später auch auf Rembrandt. Könige, Kaiser und Zaren haben seine Kunst gesammelt. Die in der Regel überwiegend kleinformatigen Werke in Öl auf Kupferplatten gehören heute zu den besonderen Schätzen der großen Museen in Europa.

Obwohl seine Werke schon zu seinen Lebzeiten teuer gehandelt wurden, lebte Adam Elsheimer ständig in finanziell beengten Verhältnissen und verarmte zusehends. Er machte Schulden und wurde ins Gefängnis geworfen. Als er 1610 mit nur 32 Jahren an den Folgen der Haft verstarb, stand er jedoch in hohem Ansehen und die römische Malergilde trug ihn feierlich zu Grabe. Er hat ein Oeuvre von 40 Gemälden auf Kupferplatten und etwa 30 Arbeiten auf Papier hinterlassen.